Pflege
Pflegehinweise für Lederjacken, Lederwesten, Ledermäntel und Lammfelljacken
Damit Sie lange Freude an Ihrer Lederbekleidung haben, beachten Sie bitte folgende Grundregeln und Tipps:
Allgemeine Pflegehinweise
• Testen Sie jedes Pflegeprodukt zunächst an einer unauffälligen Stelle (z. B. Innensaum, Besatz oder Gürtel).
• Verwenden Sie keine Lösungsmittel wie Benzin oder ähnliche Substanzen.
• Lagern Sie Lederbekleidung niemals in Plastikbeuteln. Leder benötigt Luftfeuchtigkeit, um geschmeidig zu bleiben und nicht auszutrocknen.
• Stark durchnässte Lederbekleidung immer bei normaler Zimmertemperatur trocknen lassen – auf einem Formbügel oder liegend auf einem Handtuch.
• Bügelarbeiten ausschließlich auf der linken (Innenseite) durchführen. Nie direkt auf das Leder bügeln. Immer ein sauberes nicht färbendes Baumwolltuch zwischen Leder und Bügeleisen.
• Schützen Sie Leder vor intensiver Sonneneinstrahlung und starkem Licht, da die Farben ausbleichen können.
• Zweiteiler (z. B. Jacke + Hose) sollten immer gleichmäßig getragen, gepflegt und gemeinsam gereinigt werden, um Farbunterschiede zu vermeiden.
• Feuchtes oder nasses Leder niemals Hitzequellen aussetzen.
• Beim Autofahren kann durch Wärme und Reibung Farbabrieb entstehen – besonders bei Lederautositzen.
• Leder kann auf andere Lederoberflächen abfärben. Dies gilt z. B. für Ledertaschen, Lederstühle oder Autositze.
Empfohlene Reinigungs- und Pflegeprodukte:
Reinigungsmittel:
www.collonil.de
Lederreinigung:
www.lederreiniger.de
Pflege von Lederbekleidung
Leder ist ein Naturmaterial – jedes Stück ist einzigartig.
Daher gilt grundsätzlich:
• Jedes Leder ist pflegbar, aber nicht jedes Leder reagiert gleich.
• Jedes Fell und jede Lederqualität unterscheidet sich in Struktur, Stärke, Griff und Farbe.
• Diese natürlichen Unterschiede sind normal und stellen keinen Mangel dar.
Da Leder ein individuelles Naturprodukt ist, kann nicht garantiert werden, dass eine bestimmte Pflegeart, die bei einem Kleidungsstück gute Ergebnisse erzielt hat, bei einem anderen Stück den gleichen Effekt bringt.
Eine übermäßige Pflege ist nicht notwendig und kann dem Material sogar schaden. Leder benötigt vor allem eine schonende Behandlung, regelmäßige Belüftung und eine Pflege, die auf die jeweilige Lederart abgestimmt ist.
Imprägnieren
Für Veloursleder kann eine Imprägnierung sinnvoll sein, da sie das Material vor Feuchtigkeit und Schmutz schützt. Viele herkömmliche Imprägniersprays enthalten jedoch PFAS‑Verbindungen, die in der Umwelt nur schwer abbaubar sind. Wenn Sie solche Stoffe vermeiden möchten, können Sie auf PFAS‑freie Alternativen zurückgreifen oder bewusst auf eine Imprägnierung verzichten.
Sollten Sie sich für eine Imprägnierung entscheiden, empfehlen wir:
• die Jacke vor dem ersten Tragen gleichmäßig mit einem geeigneten Pflegespray zu behandeln,
• ausschließlich Produkte zu verwenden, die für Veloursleder geeignet sind,
• die Herstellerhinweise sorgfältig zu beachten,
• die Anwendung im Freien oder in gut belüfteten Räumen durchzuführen.
Eine Imprägnierung bietet folgende Vorteile:
• Schutz vor Feuchtigkeit und Wasserflecken• geringere Schmutzaufnahme
• erleichterte spätere Fleckenentfernung
Wenn Sie auf Imprägnierung verzichten möchten, ist das ebenfalls möglich. Veloursleder benötigt dann lediglich eine regelmäßige, schonende Pflege und sollte vor starkem Regen geschützt werden und gelegentlich mit einem Veloursschwam vom Staub befreit werden.
Pflege von Anilinleder
Anilinleder ist ein besonders hochwertiges, offenporiges Leder. Es ist nicht pigmentiert und wird ausschließlich im Fass durchgefärbt. Dadurch bleiben die natürliche Struktur und alle individuellen Merkmale der Tierhaut sichtbar.
Da keine schützende Deckschicht vorhanden ist, nimmt Anilinleder sehr schnell Feuchtigkeit auf – Wassertropfen können sofort einziehen und sichtbare Flecken hinterlassen.
Hinweis zur Imprägnierung und PFAS
Für Anilinleder wird häufig eine Imprägnierung empfohlen, um das Material vor Feuchtigkeit und Schmutz zu schützen. Viele herkömmliche Imprägniersprays enthalten jedoch PFAS‑Verbindungen, die in der Umwelt kaum abbaubar sind.
Wenn Sie solche Stoffe vermeiden möchten, können Sie:
• auf PFAS‑freie Imprägnierprodukte zurückgreifen oder
• bewusst auf eine Imprägnierung verzichten und das Leder entsprechend vorsichtig behandeln.
Beides ist möglich – wichtig ist ein verantwortungsvoller Umgang mit dem Material.
Tipps zur Pflege von Anilinleder
• Leichte Patina entfernen:
Mit dem trockenen Schaum einer milden Lederwaschseife (z. B. Kernseife) vorsichtig abreiben. Das Leder dabei nicht durchnässen.
• Kragen schützen:
Ein geeignetes Wachsspray kann den Kragenbereich vor Abrieb und Verschmutzung schützen.
• Leichte Verschmutzungen:
Mit einem Transparentradierer sanft ausreiben.
• Keine Fettcremes verwenden:
Anilinleder reagiert empfindlich auf fetthaltige Produkte – sie können dunkle Stellen oder Flecken verursachen.
• Kratzer behandeln:
Kleine Kratzer lassen sich oft durch sanftes Verreiben mit dem Handballen ausgleichen.
• Fettflecken:
Diese ziehen in der Regel mit der Zeit von selbst ins Leder ein. Das kann jedoch etwas dauern.
• Wasserflecken:
Das betroffene Lederstück vorsichtig über Wasserdampf halten, damit sich die Feuchtigkeit gleichmäßig verteilt.
Pflege von Lederjacken – Wissenswertes über ein Naturprodukt
Leder ist ein Naturmaterial – jedes Stück ist einzigartig.
Daher gilt grundsätzlich:
• Jedes Leder ist pflegbar, aber nicht jedes Leder reagiert gleich.
• Jedes Fell und jede Lederqualität unterscheidet sich in Struktur, Stärke, Griff und Farbe.
• Diese natürlichen Unterschiede sind normal und stellen keinen Mangel dar.
Da Leder ein individuelles Naturprodukt ist, kann nicht garantiert werden, dass eine bestimmte Pflegeart, die bei einem Kleidungsstück gute Ergebnisse erzielt hat, bei einem anderen Stück den gleichen Effekt bringt.
Eine übermäßige Pflege ist nicht notwendig und kann dem Material sogar schaden. Leder benötigt vor allem eine schonende Behandlung, regelmäßige Belüftung und eine Pflege, die auf die jeweilige Lederart abgestimmt ist.
Pflege von Veloursleder
Da Leder ein individuelles Naturprodukt ist, kann nicht garantiert werden, dass eine bestimmte Pflegeart, die bei einem Kleidungsstück gute Ergebnisse erzielt hat, bei einem anderen Stück den gleichen Effekt bringt.
Eine übermäßige Pflege ist nicht notwendig und kann dem Material sogar schaden. Leder benötigt vor allem eine schonende Behandlung, regelmäßige Belüftung und eine Pflege, die auf die jeweilige Lederart abgestimmt ist.
Veloursleder – ob Ziegen-, Lamm- oder Kalbsvelours – besitzt eine charakteristische, samtige Oberfläche. Diese entsteht durch das Anschleifen der Fleischseite des Leders. Dabei bildet sich ein feiner Lederstaub, der sich in den Fasern festsetzt und sich besonders in der Anfangszeit lösen kann.
Das ist normal und nicht mit Farbabrieb zu verwechseln.
Hinweis zur Imprägnierung und PFAS
Für Veloursleder wird häufig eine Imprägnierung empfohlen, um das Material vor Feuchtigkeit und Schmutz zu schützen. Viele herkömmliche Imprägniersprays enthalten jedoch PFAS‑Verbindungen, die in der Umwelt kaum abbaubar sind.
Wenn Sie solche Stoffe vermeiden möchten, können Sie:
• auf PFAS‑freie Imprägnierprodukte zurückgreifen oder
• bewusst auf eine Imprägnierung verzichten und das Leder entsprechend vorsichtig behandeln.
Beides ist möglich – wichtig ist ein verantwortungsvoller Umgang mit dem Material.
Pflegehinweise für Veloursleder
• Veloursleder regelmäßig auffrischen:
Nach mehrmaligem Tragen mit einem Veloursschwamm oder -tuch sanft aufrauen.
• Starken Schleifstaub entfernen:
• vorsichtig mit dem Staubsauger absaugen,
• mit einem leicht feuchten Fensterleder abreiben,
• In der Anfangszeit:
Kleidung möglichst farblich Ton in Ton tragen, da sich der feine Veloursstaub lösen kann.
Pflege von Nappalan
Nappalan ist ein speziell behandeltes Veloursleder, das durch eine feine Beschichtung eine glatte Oberfläche mit Nappa‑Optik erhält. Diese Beschichtung macht das Leder angenehm weich, aber auch empfindlicher gegenüber ungeeigneten Pflegeprodukten.
Pflegehinweise für Nappalanleder
• Keine Lösungsmittel verwenden:
Substanzen wie Benzin, Alkohol oder andere Lösungsmittel können die Beschichtung beschädigen.
• Leichte Verschmutzungen entfernen:
Mit einem leicht feuchten Tuch abwischen und nicht stark reiben, um die Beschichtung nicht aufzurauen. Das Leder nicht durchnässen.
• Bei Verschmutzung:
Kontaktieren Sie uns gerne für eine Einschätzung.
Eine professionelle Lederspezialreinigung ist bei Nappalan nur eingeschränkt möglich.
Pflege von Nappa
Pflege von Nappaleder
Nappaleder ist ein Glattleder mit pigmentierter, farblich abgedeckter Oberfläche. Es ist im Vergleich zu offenporigen Lederarten wie Anilin- oder Veloursleder deutlich unempfindlicher und lässt sich gut reinigen und pflegen.
Pflegehinweise für Nappaleder
• Wasserflecken entfernen:
Leichte Wasserflecken können vorsichtig mit einem weichen Lederradierer ausgerieben werden.
• Regelmäßige Reinigung:
Mit einem weichen Staubtuch abwischen, um alltägliche Verschmutzungen zu entfernen.
• Nachfetten / Pflege:
Eine geeignete Nappacreme dünn auftragen, um das Leder geschmeidig zu halten und die Oberfläche zu schützen.
• Bei stärkerer Verschmutzung:
Eine Lederreinigungstinktur aus dem Fachhandel verwenden. Dabei stets die Herstellerhinweise beachten.
Bei hartnäckiger Verschmutzung ist eine Lederspezialreinigung möglich, zum Beispiel bei Vereinigte Lederreinigung lederspezialreinigung.de
Pflege von Pelzvelour
Pelzvelourspflege
(gewachsenes Lamm- oder Schafsfell
Hinweis zur Imprägnierung und PFAS
Für Veloursleder wird häufig eine Imprägnierung empfohlen, um das Material vor Feuchtigkeit und Schmutz zu schützen. Viele herkömmliche Imprägniersprays enthalten jedoch PFAS‑Verbindungen, die in der Umwelt kaum abbaubar sind.
Wenn Sie solche Stoffe vermeiden möchten, können Sie:
• auf PFAS‑freie Imprägnierprodukte zurückgreifen oder
• bewusst auf eine Imprägnierung verzichten und das Leder entsprechend vorsichtig behandeln.
Beides ist möglich – wichtig ist ein verantwortungsvoller Umgang mit dem Material.
Pflegehinweise für Veloursleder
• Veloursleder regelmäßig auffrischen:
Nach mehrmaligem Tragen mit einem Veloursschwamm oder -tuch sanft aufrauen.
• Starken Schleifstaub entfernen:
• vorsichtig mit dem Staubsauger absaugen,
• mit einem leicht feuchten Fensterleder abreiben,
• In der Anfangszeit:
Kleidung möglichst farblich Ton in Ton tragen, da sich der feine Veloursstaub lösen kann.
Tipps:
- im Sommer bitte die Pelzveloursteile nicht in Plastikbeutel aufbewahren
- siehe auch Velourspflege
Reparaturen und Änderungen
Unser Team verfügt über erfahrene Änderungsschneiderinnen, die seit vielen Jahren mit Lederbekleidung arbeiten und entsprechende Fachkenntnisse mitbringen. Wenn Sie ein neues Futter benötigen, ein Loch reparieren lassen möchten oder eine Anpassung der Ärmel- bzw. Gesamtlänge wünschen, können Sie uns jederzeit kontaktieren: E‑Mail: info@naehstube-ste.de Viele Reparaturen und Änderungen sind möglich – jedoch lässt sich nicht jede Arbeit bei jedem Leder oder Modell fachgerecht umsetzen. Insbesondere das Austauschen ganzer Lederteile ist nur eingeschränkt realisierbar, da wir in der Regel kein farblich identisches Leder vorrätig haben und solches auch nicht nachbestellt werden kann. Nennen Sie uns einfach Ihren Wunsch. Wir prüfen die Machbarkeit und senden Ihnen anschließend einen Kostenvoranschlag sowie eine Einschätzung, ob die gewünschte Änderung umsetzbar ist.
Geschichte des Leders
Leder gehört zu den ältesten vom Menschen genutzten Materialien. Bereits vor mehreren tausend Jahren wurde Tierhaut haltbar gemacht und zu Kleidung, Werkzeugen und Schutzbekleidung verarbeitet.
Im Museum in Boston befindet sich ein rund 3000 Jahre alter Zeremonienmantel aus gegerbter Gazellenhaut – ein eindrucksvoller Beleg für die frühe Kunst der Lederverarbeitung. Auch Ötzi, die berühmte Gletschermumie aus der Jungsteinzeit, trug Lederbekleidung; seine Ausrüstung ist heute im Museum in Bozen zu sehen.
Das älteste überlieferte Gerbrezept stammt aus der Zeit um 720 v. Chr. und wurde auf einer babylonischen Steintafel entdeckt. Es zeigt, dass die Menschen schon früh systematisch daran arbeiteten, Tierhäute haltbar und flexibel zu machen.
Über viele Jahrhunderte blieb die Lederherstellung ein reines Handwerk, das viel Erfahrung, Zeit und körperliche Arbeit erforderte.
Die pflanzliche Gerbung – Tradition und Moderne
Eine der ältesten und bis heute bedeutendsten Gerbmethoden ist die pflanzliche Gerbung.
Dabei werden natürliche Gerbstoffe aus Rinden, Hölzern, Blättern oder Früchten verwendet – zum Beispiel aus:
• Eichenrinde
• Kastanienholz
• Mimosarinde
• Fichten- und Tannenrinde
Diese sogenannten Tannine verbinden sich mit den Eiweißen der Tierhaut und machen sie dauerhaft haltbar. Pflanzlich gegerbtes Leder ist:
• besonders formstabil,
• entwickelt mit der Zeit eine schöne Patina,
• und ist frei von synthetischen Gerbstoffen.
Der Schritt zur Industrialisierung
Ein entscheidender Wendepunkt kam im Jahr 1858: Mit der Erfindung der Chromgerbung durch Knapp, Eitner und Dannis wurde die Grundlage für die Industrialisierung der Lederproduktion geschaffen. Diese neue Methode verkürzte die Gerbzeit drastisch und machte Leder widerstandsfähiger und vielseitiger einsetzbar. Die Lichtechtheit und die Reißfestigkeit ist bei chromgegerbten Leder höher als bei der alten pflanzlichen Gerbmethode.
Moderne Weiterentwicklung: Die Olivenblattgerbung
In den letzten Jahren hat sich die Olivenblattgerbung als innovativer Ansatz etabliert.
Sie nutzt Gerbstoffe aus Olivenblättern, einem Nebenprodukt der Olivenernte, das sonst ungenutzt bleiben würde. Dadurch entsteht ein besonders nachhaltiges und umweltfreundliches Gerbverfahren, das:
• vollständig pflanzlich ist,
• auf Abfallstoffen basiert,
• keine schädlichen Rückstände hinterlässt,
• und Leder mit einer sehr angenehmen, natürlichen Haptik erzeugt.
Die Olivenblattgerbung gilt heute als eines der vielversprechendsten Verfahren für verantwortungsvoll hergestelltes Leder.
Der Kern des Gerbens
Bis heute gilt:
Gerbereien wandeln die leicht verderbliche Tierhaut – die im nassen Zustand fäulnisanfällig und im trockenen Zustand hart und brüchig wäre – durch den Einsatz von Gerbstoffen in ein dauerhaft haltbares, geschmeidiges Material um.
Bestandteile der tierischen Haut
Die tierische Haut besteht im natürlichen Zustand aus:
• ca. 65 % Wasser
• ca. 33 % Eiweißstoffen
• ca. 1,8 % Fettsubstanzen
• ca. 0,2 % Mineralstoffen
Die Eiweißstoffe setzen sich hauptsächlich aus Keratinen und Kollagen zusammen.
Während Keratine vor allem in Haaren und der Oberhaut vorkommen, bildet Kollagen das faserige Gerüst der Lederhaut.
Genau dieses Kollagengerüst wird beim Gerbprozess chemisch stabilisiert, sodass aus der verderblichen Tierhaut ein dauerhaft haltbares, geschmeidiges Material entsteht: Leder.
Qualität der Tierhaut
Qualität der Tierhaut
Die Qualität einer Tierhaut hängt von vielen natürlichen Faktoren ab. Herkunft, Lebensweise, Ernährung, Geschlecht, Gattung und Alter des Tieres beeinflussen maßgeblich die spätere Lederqualität.
Einflussfaktoren auf die Hautqualität
Rasse
Reinrassige Tiere liefern in der Regel eine gleichmäßigere und hochwertigere Haut als Kreuzungen.
Alter
Häute von Jungtieren sind meist feiner, geschmeidiger und weniger vernarbt als die von älteren Tieren. Sie gelten daher als besonders hochwertig.
Geschlecht
Weibliche Tiere liefern im Durchschnitt eine feinere und gleichmäßigere Haut als männliche Tiere, deren Haut oft etwas kräftiger und grobfasriger ist.
Lebensweise und Umweltbedingungen
Zur natürlichen Beschaffenheit kommen äußere Einflüsse hinzu. Häufige Hautfehler entstehen durch:
• Dornen, Äste und Gestrüpp
• Stacheldrahtverletzungen
• Parasiten und Insektenstiche
• Narben oder Druckstellen durch Haltung und Zucht
Solche Merkmale sind typisch für ein Naturprodukt und beeinflussen die spätere Auswahl und Verwendung der Häute.
Vom Rohfell zum Leder – ein aufwendiger Prozess
Der Weg von der tierischen Haut zum fertigen Leder ist anspruchsvoll.
Die Haut ist im natürlichen Zustand:
• im nassen Zustand fäulnisanfällig,
• im trockenen Zustand hart und brüchig.
Erst durch den Gerbprozess wird sie dauerhaft haltbar, geschmeidig und formstabil.
Die Art der Gerbung und die Dauer des gesamten Produktionsprozesses haben großen Einfluss auf die spätere Qualität des Leders.
Nubuk
Nubuk:
(samtig) vom Schaf, Lamm, Ziege, Kalb und
Rind ist die Narbenseite, jedoch angeschliffen.
Durch das Schleifen entsteht der Nubukeffekt.
Velours
Velours:
(feinfaserig) von Ziege, Schaf, Lamm, Kalb ist die
Fleischseite (Hautinnenseite), d.h., die Fleischseite
wird so lange geschliffen, bis ein feines Velours entsteht.
Je feiner der Veloursschliff je brillanter der
Effekt, desto hochwertiger.
Nappalan
Nappalan:
(glatte Oberfläche) von Ziege, Schaf, Lamm ist wie beim
Velours die Fleischseite, jedoch mit einer Harzkombination
beschichtet. Dies ergibt eine matte, glatte Oberfläche mit
einem softigen weichem Griff. Da man Ziegenvelours sehr
dünn verarbeiten kann, ist es ein sehr leichtes angenehmes Material.
Vom Rohfell zur fertigen Lederjacke
Für die Herstellung einer Lederjacke werden – je nach Modell, Länge und Größe – mehrere einzelne Lederfelle oder -häute benötigt. Da jedes Fell ein Naturprodukt ist, müssen die Häute zunächst farblich sortiert werden.
Selbst innerhalb einer Farbe gibt es immer leichte Farbnuancen, da jedes Fell einzigartig ist.
Sortierung und Zuschnitt
Nach der Farbsortierung beginnt der Zuschnitt, der traditionell per Hand mit einem scharfen Messer erfolgt.
Ein Lederfell kann nie zu 100 % genutzt werden, da die Qualität innerhalb eines Felles unterschiedlich ist:
• Die beste Qualität liefert der Croupon – das feste, gleichmäßige Mittelstück des Felles.
• Die Seitenteile (Wammen) und Halsteile sind weicher, dehnbarer oder unruhiger in der Struktur und können daher nur eingeschränkt verwendet werden.
Der Zuschnitt erfordert viel Erfahrung, um die besten Partien optimal zu nutzen und ein harmonisches Gesamtbild der Jacke zu erzielen.
Nähen und Verarbeitung
Bandproduktion
In der Bandproduktion näht jeder Arbeitsplatz einen spezifischen Teil der Jacke – etwa das Vorderteil, die Taschen oder das Innenfutter.
Durch diese Spezialisierung entstehen:
• hohe Routine
• gleichmäßige Verarbeitung
• sehr konstante Qualität
Die Bandproduktion lohnt sich jedoch nur bei größeren Stückzahlen, da das Einrichten der Produktionslinie Zeit und Kosten verursacht.
Einzelfertigung
Bei der Einzelfertigung fertigt ein kleines Team von Näherinnen oder Nähern eine komplette Jacke von Anfang bis Ende.
Das ermöglicht:
• individuelle Anpassungen
• flexible Umsetzung besonderer Wünsche
Gleichzeitig ist diese Arbeitsweise zeitintensiver und erfordert besonders viel Erfahrung, da jede Naht und jeder Verarbeitungsschritt von derselben Fachkraft verantwortet wird.